“Regio” ist das neue “Bio”: Warum Herkunft alles ist

Jahrelang war das Bio-Siegel das Maß aller Dinge im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Doch Ende 2025 hat sich das Blatt gewendet. Regionalität (“Regio”) hat “Bio” als wichtigstes Kaufkriterium überholt. In einer Zeit globaler Lieferkettenprobleme und Klimasorgen vertraut der Verbraucher dem Bauern aus dem Nachbardorf mehr als dem Bio-Siegel aus Übersee.

Die Transparenz-Revolution Verbraucher wollen keine anonyme Ware mehr. Apps, die den genauen Hof per QR-Code anzeigen, sind Standard. Der Begriff “Flugobst” ist zum Tabu geworden. Supermärkte werben aggressiv mit “0-Kilometer-Salat”, der in Vertical-Farming-Gewächshäusern direkt auf dem Dach des Supermarktes wächst. Diese Hyper-Regionalität gibt dem Konsumenten ein Gefühl von Kontrolle und Sicherheit. Man unterstützt die lokale Wirtschaft und spart CO2.

Saisonale Wiederentdeckung Dies führt zu einer Renaissance alter, fast vergessener Gemüsesorten. Da man essen will, was jetzt und hier wächst, sind Steckrüben, Pastinaken und Schwarzwurzeln wieder “schick”. Spitzenköche in Berlin und München zelebrieren die “Brutal Lokal”-Küche, in der Olivenöl durch Rapsöl und Zitronen durch Sanddorn oder Verjus ersetzt werden. Es ist eine kulinarische Rückbesinnung auf die eigene Heimat, die zeigt, dass Nachhaltigkeit auch Verzicht auf ständige Verfügbarkeit bedeutet – und dass dieser Verzicht schmecken kann.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *